Sie wurden auch Teil der Politik/Siyasetin de parçası oldular

Was, wenn sie wirklich gehen?

SIE GEHÖREN ZU DEUTSCHLAND

OBJEKTIVNEWS RECHERCHE | 6/7

Sie wurden auch Teil der Politik

Als die ersten türkischen Arbeitnehmer nach Deutschland kamen, sollten sie arbeiten – aber politisch mitentscheiden konnten sie nicht. Viele lebten jahrzehntelang in der Bundesrepublik, zahlten Steuern und Sozialabgaben, gründeten Familien und Unternehmen, blieben bei Bundestagswahlen jedoch ohne Stimme, solange sie keine deutsche Staatsangehörigkeit besaßen. Heute reicht die Geschichte ihrer Kinder und Enkel vom Wahlzettel bis in den Bundestag, in Bundesministerien und an die Spitze eines Bundeslandes. Der Wandel erzählt deshalb nicht nur die Geschichte der Menschen aus der Türkei. Er erzählt auch, wie Deutschland langsam akzeptierte, dass aus „Gastarbeitern“ Einwanderer, aus Einwanderern Staatsbürger und aus Staatsbürgern politische Entscheidungsträger geworden waren.

Recherche und Redaktion: Ramis KILICARSLAN

Sie lebten hier – aber wählen durften sie nicht

Die erste Generation arbeitete in Deutschland, ohne über die Zusammensetzung des Bundestages mitentscheiden zu können.

Das galt auch dann, wenn ein türkischer Arbeitnehmer bereits zehn, zwanzig oder dreißig Jahre in Deutschland lebte.

Denn bei Bundestags- und Landtagswahlen entscheidet nicht die Aufenthaltsdauer, sondern grundsätzlich die deutsche Staatsangehörigkeit über das Wahlrecht.

Damit entstand über Jahrzehnte ein bemerkenswerter Widerspruch:

Menschen waren wirtschaftlich und gesellschaftlich längst Teil Deutschlands, politisch blieben viele jedoch außen vor.

Dieser Widerspruch besteht teilweise bis heute. Die Bundeszentrale für politische Bildung weist darauf hin, dass rund zehn Millionen volljährige Menschen mit Einwanderungsgeschichte ohne deutsche Staatsangehörigkeit kein Wahlrecht bei Bundestagswahlen besitzen – selbst wenn manche von ihnen seit Jahrzehnten in Deutschland leben.

Bei der Bundestagswahl 2025 hatten dagegen bereits 12 Prozent aller Wahlberechtigten eine Einwanderungsgeschichte. Zu den größten Gruppen gehörten Wahlberechtigte mit Bezügen zur Türkei.

Quelle:
Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) – Politische Partizipation von Menschen mit Einwanderungsgeschichte

Jahrzehntelang hieß es: Deutschland ist kein Einwanderungsland

Dass die politische Integration so langsam verlief, hatte auch mit dem Selbstverständnis der Bundesrepublik zu tun.

Obwohl Millionen angeworbene Arbeitnehmer und ihre Familien längst im Land lebten, hielten Bundesregierungen über Jahrzehnte an der Vorstellung fest, Deutschland sei kein Einwanderungsland.

Die Bundeszentrale für politische Bildung beschreibt diesen historischen Widerspruch deutlich: Bis 1998 bestritten Bundesregierungen, dass Deutschland ein Einwanderungsland sei.

Die Realität hatte sich zu diesem Zeitpunkt längst verändert.

Kinder und Enkel der ersten Arbeitsmigranten waren in Deutschland geboren. Sie gingen hier zur Schule, arbeiteten hier und betrachteten Deutschland als ihr Zuhause.

Doch das Staatsangehörigkeitsrecht folgte dieser gesellschaftlichen Realität nur langsam.

Quelle:
Bundeszentrale für politische Bildung – Vielfalt der türkeistämmigen Bevölkerung in Deutschland

2000 kam der große Bruch

Ein entscheidender Wendepunkt war die Reform des Staatsangehörigkeitsrechts, die am 1. Januar 2000 in Kraft trat.

Bis dahin beruhte das deutsche Staatsangehörigkeitsrecht sehr stark auf dem Abstammungsprinzip – dem ius sanguinis: Deutscher wurde ein Kind grundsätzlich durch seine deutschen Eltern.

Mit der Reform kam erstmals ein Element des Geburtsortsprinzips – ius soli – hinzu.

In Deutschland geborene Kinder ausländischer Eltern konnten nun unter bestimmten Voraussetzungen bereits mit der Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten.

Voraussetzung war damals unter anderem, dass sich mindestens ein Elternteil seit acht Jahren rechtmäßig in Deutschland aufhielt und über ein verfestigtes Aufenthaltsrecht verfügte.

Die bpb bezeichnet die Reform als erheblichen Bruch mit der früheren Vorstellung, nach der Deutschsein vor allem über Abstammung definiert wurde.

Für die Kinder türkischer Familien bedeutete das einen grundlegenden Perspektivwechsel:

In Deutschland geboren zu werden konnte nun selbst einen Weg zur deutschen Staatsangehörigkeit eröffnen.

Quelle:
Bundeszentrale für politische Bildung – Staatsbürgerschaft und Entwicklung der Einbürgerungszahlen in Deutschland
bpb – Deutschland-Chronik, 1. Januar 2000

Die doppelte Staatsangehörigkeit blieb zunächst ein Streitpunkt

Doch die Reform von 2000 war kein vollständiger Systemwechsel.

Viele Kinder erhielten zunächst zwei Staatsangehörigkeiten. Für einen Teil von ihnen galt später die sogenannte Optionspflicht: Sie mussten sich grundsätzlich zwischen der deutschen und der ausländischen Staatsangehörigkeit entscheiden.

Gerade für Familien aus der Türkei war diese Frage von großer Bedeutung.

Denn Staatsangehörigkeit bedeutete nicht nur einen Pass. Sie berührte familiäre Bindungen, Erbrecht, Eigentum, Identität und das Verhältnis zum Herkunftsland der Eltern.

2014 wurde die Optionspflicht für viele in Deutschland aufgewachsene junge Menschen deutlich eingeschränkt. Wer bestimmte Voraussetzungen erfüllte – beispielsweise acht Jahre in Deutschland gelebt oder sechs Jahre hier die Schule besucht hatte – konnte beide Staatsangehörigkeiten behalten.

Der Weg zur generellen Anerkennung von Mehrstaatigkeit war damit aber noch nicht abgeschlossen.

Quelle:
Deutscher Bundestag – Zukunft der Optionspflicht
Bundeszentrale für politische Bildung – Entwicklung des Staatsangehörigkeitsrechts

2005 veränderte sich auch die Sprache der Politik

Ein weiterer Meilenstein war das Zuwanderungsgesetz, das am 1. Januar 2005 in Kraft trat.

Es reformierte das deutsche Ausländerrecht grundlegend.

Integration wurde nun stärker zu einer staatlichen Aufgabe. Sprach- und Integrationskurse wurden systematisiert und gesetzlich verankert.

Der Bundestag beschreibt die bessere Integration von Zuwanderern ausdrücklich als eines der Hauptziele des Gesetzes.

Damit veränderte sich auch das politische Denken.

Die Frage lautete immer weniger: Wann gehen die Ausländer wieder?

Stattdessen musste der Staat beantworten: Wie gestalten wir das dauerhafte Zusammenleben?

Quelle:
Deutscher Bundestag – Neuregelung der Zuwanderung / Zuwanderungsgesetz 2005

Aus einem Objekt der Politik wurde ein politisches Subjekt

Für die türkische Einwanderungsgeschichte ist dieser Wandel besonders bemerkenswert.

In den 1960er-Jahren entschieden deutsche und türkische Behörden darüber, welche Arbeiter nach Deutschland kommen durften.

1973 entschied die Bundesregierung, keine weiteren Arbeitskräfte mehr anzuwerben.

1983 beschloss der Bundestag finanzielle Anreize für die Rückkehr bestimmter ausländischer Arbeitnehmer.

Über die Menschen wurde Politik gemacht.

Doch mit Einbürgerung und Wahlrecht veränderte sich ihre Rolle.

Sie konnten nun selbst Parteien wählen, Parteimitglieder werden, kandidieren und politische Entscheidungen beeinflussen.

Aus Menschen, die Gegenstand der „Ausländerpolitik“ gewesen waren, wurden Schritt für Schritt Wähler und politische Akteure.

Die türkischstämmige Wählerschaft wurde vielfältiger

Die ersten bundesweit repräsentativen Untersuchungen Anfang der 2000er-Jahre zeigten noch eine starke Bindung eingebürgerter Türkinnen und Türken an die SPD.

Nach Angaben der bpb unterstützten damals mehr als 60 Prozent der eingebürgerten türkischen Wahlberechtigten die Sozialdemokraten.

Doch diese Bindungen wurden schwächer.

Spätere Untersuchungen zeigen eine zunehmende politische Vielfalt. Menschen mit Einwanderungsgeschichte verteilen ihre Stimmen heute stärker auf unterschiedliche Parteien.

Auch das ist ein Zeichen politischer Normalisierung:

„Türkischstämmige Wähler“ sind kein einheitlicher politischer Block.

Sie unterscheiden sich nach Generation, Alter, Bildung, Einkommen, Religion, gesellschaftlichen Vorstellungen und politischen Überzeugungen – genau wie andere Wählergruppen.

Quelle:
Bundeszentrale für politische Bildung – Politische Präferenzen von Menschen mit Migrationshintergrund

Sie zogen selbst in die Parlamente ein

Parallel dazu veränderte sich die Zusammensetzung der politischen Institutionen.

Menschen türkischer Herkunft wurden Mitglieder von Gemeinderäten, Bezirksversammlungen und Landtagen.

Sie zogen in den Deutschen Bundestag ein.

Sie wurden Staatssekretäre, Staatsminister und Bundesminister.

Aydan Özoğuz, 1967 in Hamburg geboren, gehört seit 2009 dem Bundestag an. Von 2013 bis 2018 war sie Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration. Von 2021 bis 2025 war sie Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages.

Mahmut Özdemir, 1987 in Duisburg geboren und Jurist, gehört ebenfalls dem Bundestag an und übernahm das Amt eines Parlamentarischen Staatssekretärs.

Auch zahlreiche weitere Abgeordnete mit türkischer Familiengeschichte sitzen heute für unterschiedliche Parteien in Parlamenten.

Quelle:
Deutscher Bundestag – Biografien Aydan Özoğuz, Mahmut Özdemir und weitere Abgeordnete

Dann kam das Ministeramt

Besonders sichtbar wurde der Wandel mit Cem Özdemir.

Der Sohn türkischer Einwanderer zog 1994 in den Deutschen Bundestag ein.

Später wurde er Parteivorsitzender der Grünen, Mitglied des Europäischen Parlaments und Bundesminister.

Von Dezember 2021 bis Mai 2025 leitete er das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft; zeitweise übernahm er zusätzlich das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Der Sohn einer Familie, deren Herkunftsland einst Arbeitskräfte nach Deutschland geschickt hatte, saß damit selbst am Kabinettstisch der Bundesrepublik.

Doch damit war die Entwicklung noch nicht beendet.

2026: Ein Sohn türkischer Einwanderer wird Ministerpräsident

Am 13. Mai 2026 wurde Cem Özdemir zum Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg gewählt.

Damit erreichte die politische Geschichte der türkischen Einwanderung einen weiteren symbolischen Punkt:

65 Jahre nach dem Anwerbeabkommen stand ein Sohn türkischer Einwanderer an der Spitze eines deutschen Bundeslandes.

Die Entwicklung vom angeworbenen Arbeiter ohne Wahlrecht bis zum Regierungschef eines Landes lässt sich nicht auf eine einzelne Biografie reduzieren.

Aber sie zeigt, wie stark sich Deutschland verändert hat.

2024 fiel eine der größten Hürden

Ein weiterer grundlegender Schritt folgte mit der Reform des Staatsangehörigkeitsrechts, die am 27. Juni 2024 in Kraft trat.

Die reguläre Mindestaufenthaltszeit für eine Einbürgerung wurde von acht auf fünf Jahre verkürzt.

Vor allem aber wurde Mehrstaatigkeit grundsätzlich zugelassen.

Wer Deutscher wurde, musste seine bisherige Staatsangehörigkeit nun grundsätzlich nicht mehr aufgeben.

Auch die Einbürgerung der früheren Gastarbeitergeneration wurde erleichtert. Die Bundesregierung begründete dies ausdrücklich mit der Anerkennung ihrer Lebensleistung.

Die 2024 eingeführte Möglichkeit einer Einbürgerung bereits nach drei Jahren bei besonderen Integrationsleistungen wurde allerdings später wieder abgeschafft.

Seit 30. Oktober 2025 gilt wieder: Eine Einbürgerung ist frühestens nach fünf Jahren möglich, sofern die weiteren Voraussetzungen erfüllt sind.

Die generelle Möglichkeit der Mehrstaatigkeit blieb bestehen.

Quelle:
Bundesregierung – Modernisierung des Staatsangehörigkeitsrechts
Bundesregierung – Neue Regelungen für Einbürgerung, 30. Oktober 2025

34.100 türkische Staatsangehörige wurden 2025 Deutsche

Wie stark die Reform gerade bei Menschen aus der Türkei wirkte, zeigen die neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes.

2025 erhielten insgesamt rund 332.500 Menschen die deutsche Staatsangehörigkeit – so viele wie noch nie seit Beginn der heutigen Statistik.

Darunter waren rund 34.100 türkische Staatsangehörige.

Das waren 51 Prozent mehr als 2024.

Nur syrische Staatsangehörige wurden häufiger eingebürgert.

Noch bemerkenswerter ist die Aufenthaltsdauer:

Türkische Staatsangehörige lebten zum Zeitpunkt ihrer Einbürgerung im Durchschnitt bereits 24,1 Jahre in Deutschland.

Mehr als 17.800 der 2025 eingebürgerten türkischen Staatsangehörigen lebten sogar seit mindestens 25 Jahren im Land.

Destatis sieht einen Zusammenhang zwischen dem starken Anstieg und der neuen Möglichkeit, bei der Einbürgerung die bisherige Staatsangehörigkeit grundsätzlich zu behalten.

Diese Zahlen erzählen deshalb auch von Menschen, die nicht erst angekommen sind.

Viele waren längst da.

Quelle:
Statistisches Bundesamt (Destatis) – Einbürgerungsstatistik 2025

Aus „ihnen“ wurde ein Teil des „Wir“

Die Geschichte begann mit Menschen, die Deutschland als Arbeitskräfte betrachtete.

Sie sollten kommen, arbeiten und irgendwann wieder gehen.

Dann blieben sie.

Ihre Kinder wurden hier geboren.

Deutschland diskutierte über ihre Rückkehr, ihre Integration und ihre Staatsangehörigkeit.

Später erhielten immer mehr von ihnen den deutschen Pass und damit das volle Wahlrecht.

Ihre Kinder und Enkel wurden Abgeordnete, Staatssekretäre, Minister – und schließlich Ministerpräsident.

Das bedeutet nicht, dass politische Gleichberechtigung vollständig erreicht wäre. Millionen Menschen ohne deutschen Pass bleiben bei Bundestagswahlen weiterhin ausgeschlossen, und Menschen mit Einwanderungsgeschichte sind in politischen Institutionen nicht in gleichem Maße vertreten, wie es ihrem Anteil an der Bevölkerung entspricht.

Aber die Richtung der Entwicklung ist eindeutig:

Aus Menschen, über die Politik gemacht wurde, wurden Menschen, die selbst Politik machen.

Und genau an diesem Punkt führt die Geschichte zur letzten Frage dieser Recherche.

Wenn Menschen türkischer Herkunft heute deutsche Staatsbürger, Wähler, Unternehmer, Ärzte, Ingenieure, Lehrer, Beamte, Abgeordnete, Minister und Ministerpräsidenten sind:

Was würde passieren, wenn ein erheblicher Teil von ihnen Deutschland tatsächlich verlassen würde?


Morgen | Teil 7/7

Was, wenn sie wirklich gehen?

„Remigration“ ist zu einem politischen Kampfbegriff geworden. Die AfD definiert damit offiziell vor allem die Rückführung ausreisepflichtiger Ausländer und weiterer Gruppen; zugleich haben Äußerungen einzelner Funktionäre eine wesentlich breitere Debatte ausgelöst. Diese Recherche stellt deshalb zum Abschluss eine andere Frage: Was würde Deutschland konkret verlieren, wenn ein erheblicher Teil der Menschen türkischer Herkunft tatsächlich ginge? Wie viele fehlen dann in Krankenhäusern, Pflege, Industrie, Handwerk, Logistik, Gastronomie, Wissenschaft, Unternehmen, Verwaltung und Politik – und lässt sich dieser Verlust überhaupt beziffern?

Siyasetin de parçası oldular

Ya gerçekten giderlerse?

ALMANYA’YA AİT OLDULAR

OBJEKTİVNEWS ARAŞTIRMA | 6/7

Siyasetin de parçası oldular

Türkiye’den ilk işçiler Almanya’ya geldiğinde onlardan çalışmaları bekleniyordu; siyasi kararlara katılmaları değil. Birçoğu Federal Almanya’da onlarca yıl yaşadı, vergi ve sosyal sigorta primi ödedi, aile ve şirket kurdu; ancak Alman vatandaşı olmadığı sürece Federal Meclis seçimlerinde oy kullanamadı. Bugün çocuklarının ve torunlarının hikâyesi sandıktan Bundestag’a, federal bakanlıklardan bir eyaletin başbakanlığına kadar uzanıyor. Bu dönüşüm yalnızca Türkiye’den gelen insanların hikâyesi değil. Aynı zamanda Almanya’nın “misafir işçilerin” göçmene, göçmenlerin vatandaşa, vatandaşların da siyasi karar vericilere dönüştüğünü kabul etmesinin hikâyesi.

Araştırma ve Yazı: Ramis KILICARSLAN

Burada yaşıyorlardı ama oy kullanamıyorlardı

İlk kuşak Almanya’da çalışıyor ancak Federal Meclis’in kimlerden oluşacağına karar veremiyordu.

Bir Türkiye vatandaşı Almanya’da on, yirmi hatta otuz yıldır yaşıyor olsa bile Alman vatandaşlığı yoksa federal seçimlerde oy hakkı bulunmuyordu.

Böylece yıllarca dikkat çekici bir çelişki ortaya çıktı:

İnsanlar ekonomik ve toplumsal olarak Almanya’nın parçasıydı, ancak siyasi karar mekanizmasının dışında kalıyordu.

Bu çelişki bugün de tamamen ortadan kalkmış değil.

Federal Siyasi Eğitim Merkezi’nin (bpb) verilerine göre Almanya’da göç hikâyesi bulunan ancak Alman vatandaşlığı olmayan yaklaşık 10 milyon yetişkin, Federal Meclis seçimlerinde oy kullanamıyor.

Buna karşılık 2025 Federal Meclis seçimlerinde oy kullanma hakkına sahip olanların yüzde 12’sinin göç hikâyesi vardı. En büyük gruplar arasında Türkiye bağlantılı seçmenler de bulunuyordu.

Kaynak:
Federal Siyasi Eğitim Merkezi (bpb) – Politische Partizipation von Menschen mit Einwanderungsgeschichte

Almanya uzun yıllar “göç ülkesi değiliz” dedi

Siyasi katılımın bu kadar yavaş ilerlemesinin nedenlerinden biri Federal Almanya’nın kendisini nasıl tanımladığıydı.

Milyonlarca yabancı işçi ve aileleri ülkede kalıcı hale gelmiş olmasına rağmen federal hükümetler uzun süre Almanya’nın bir göç ülkesi olmadığı görüşünü savundu.

bpb’nin tarihsel değerlendirmesine göre federal hükümetler 1998’e kadar Almanya’nın bir göç ülkesi olduğunu reddediyordu.

Oysa toplumsal gerçeklik çoktan değişmişti.

İlk işçi kuşağının çocukları ve torunları Almanya’da doğuyor, burada okula gidiyor, çalışıyor ve Almanya’yı kendi ülkeleri olarak görüyordu.

Vatandaşlık hukuku ise bu toplumsal gerçekliği geriden takip ediyordu.

Kaynak:
Federal Siyasi Eğitim Merkezi – Vielfalt der türkeistämmigen Bevölkerung in Deutschland

2000 yılında büyük kırılma yaşandı

Vatandaşlık hukukundaki en önemli dönüm noktalarından biri 1 Ocak 2000’de yürürlüğe giren reform oldu.

Alman vatandaşlık sistemi o tarihe kadar büyük ölçüde soy bağı ilkesine, yani ius sanguinis prensibine dayanıyordu.

Çocuk Alman anne veya babadan doğarak Alman oluyordu.

2000 reformuyla buna ilk kez güçlü biçimde doğum yeri ilkesi – ius soli – eklendi.

Almanya’da yabancı anne-babadan doğan çocuklar belirli şartlarla doğdukları anda Alman vatandaşlığını kazanabiliyordu.

O dönemde şartlardan biri anne veya babadan en az birinin sekiz yıldır yasal olarak Almanya’da yaşaması ve kalıcı bir oturum statüsüne sahip olmasıydı.

bpb bu reformu, Almanlığın esas olarak soy üzerinden tanımlandığı eski anlayıştan önemli bir kopuş olarak değerlendiriyor.

Türkiye kökenli ailelerin çocukları açısından bunun anlamı büyüktü:

Artık Almanya’da doğmak da Alman vatandaşlığına giden yolu açabiliyordu.

Kaynak:
Federal Siyasi Eğitim Merkezi – Staatsbürgerschaft und Entwicklung der Einbürgerungszahlen in Deutschland

Çifte vatandaşlık tartışması bitmemişti

Ancak 2000 reformu bütün sorunları çözmedi.

Bazı çocuklar iki vatandaşlıkla büyüdü ancak daha sonra “Optionspflicht” adı verilen düzenleme nedeniyle Alman vatandaşlığı ile anne-babalarının vatandaşlığı arasında seçim yapmak zorunda kalabiliyordu.

Türkiye kökenli aileler açısından bu özellikle hassas bir konuydu.

Çünkü vatandaşlık yalnızca pasaport demek değildi. Aile bağları, miras, mülkiyet, kimlik ve Türkiye ile ilişkinin devamı gibi birçok konuya dokunuyordu.

2014’te Almanya’da büyümüş gençlerin önemli bir bölümü için seçim zorunluluğu gevşetildi. Belirli şartları yerine getirenler iki vatandaşlığı da koruyabiliyordu.

Ancak çifte vatandaşlığın genel olarak kabul edilmesi için bir on yıl daha geçmesi gerekecekti.

Kaynak:
Alman Federal Meclisi – Zukunft der Optionspflicht

2005’te siyasetin dili de değişmeye başladı

Bir başka önemli dönüm noktası 1 Ocak 2005’te yürürlüğe giren Göç Yasası – Zuwanderungsgesetz oldu.

Yasa Alman yabancılar hukukunu kapsamlı biçimde değiştirdi.

Uyum artık daha açık biçimde devletin görevlerinden biri olarak görülmeye başlandı. Dil ve entegrasyon kursları sistemli ve hukuki bir zemine oturtuldu.

Federal Meclis de yasanın temel hedeflerinden birini göçmenlerin daha iyi uyumu olarak tanımlıyor.

Siyasi soru yavaş yavaş değişiyordu.

Eskiden:

“Yabancılar ne zaman geri dönecek?”

denirken, artık devlet başka bir soruyla karşı karşıyaydı:

“Kalıcı olarak birlikte yaşamayı nasıl düzenleyeceğiz?”

Kaynak:
Alman Federal Meclisi – Zuwanderungsgesetz 2005

Siyasetin konusu olanlar siyasetin aktörü oldu

Türkiye’den Almanya’ya göç tarihi açısından belki de en önemli değişim burada yaşandı.

1960’larda Alman ve Türk kurumları hangi işçilerin Almanya’ya gelebileceğine karar veriyordu.

1973’te Federal Hükümet yeni işçi alımını durdurdu.

1983’te Federal Meclis belirli yabancı işçilerin geri dönmesini para vererek teşvik eden yasayı çıkardı.

Yani onlar hakkında siyasi kararlar alınıyordu.

Vatandaşlık ve oy hakkıyla birlikte roller değişti.

Artık kendileri parti seçebiliyor, partiye üye olabiliyor, aday olabiliyor ve siyasi kararları etkileyebiliyordu.

Bir zamanlar “yabancılar politikasının konusu” olan insanlar adım adım seçmen ve siyasi aktör haline geldi.

Türkiye kökenli seçmen de çeşitlendi

2000’li yılların başındaki ilk temsili araştırmalarda Alman vatandaşlığına geçen Türkiye kökenlilerin SPD’ye güçlü biçimde yöneldiği görülüyordu.

bpb’ye göre o dönemde vatandaşlığa geçmiş Türk seçmenlerin yüzde 60’tan fazlası SPD’yi destekliyordu.

Ancak zamanla bu bağ zayıfladı.

Sonraki araştırmalar göç hikâyesi bulunan seçmenlerin tercihlerinin giderek çeşitlendiğini gösteriyor.

Bu da siyasi normalleşmenin bir göstergesi.

“Türkiye kökenli seçmen” tek tip bir siyasi blok değil.

Kuşak, yaş, eğitim, gelir, din, dünya görüşü ve siyasi düşünceye göre birbirlerinden ayrılıyorlar; diğer seçmen gruplarında olduğu gibi.

Kaynak:
Federal Siyasi Eğitim Merkezi – Politische Präferenzen von Menschen mit Migrationshintergrund

Kendileri parlamentolara girdiler

Seçmen yapısıyla birlikte siyasi kurumların görünümü de değişti.

Türkiye kökenli insanlar belediye ve ilçe meclislerine, eyalet parlamentolarına ve Federal Meclis’e girdi.

Devlet sekreteri, devlet bakanı ve federal bakan oldular.

Hamburg doğumlu Aydan Özoğuz, 2009’dan bu yana Federal Meclis üyesi. 2013-2018 yılları arasında Başbakanlık Devlet Bakanı ve Federal Hükümet’in Göç, Mülteciler ve Uyum Sorumlusu olarak görev yaptı.

2021-2025 arasında ise Federal Meclis Başkanvekili oldu.

Duisburg doğumlu hukukçu Mahmut Özdemir de Bundestag’a girdi ve Federal İçişleri Bakanlığı Parlamenter Devlet Sekreterliği görevini üstlendi.

Türkiye bağlantılı başka çok sayıda siyasetçi de farklı partilerden federal, eyalet ve yerel parlamentolarda görev yapıyor.

Kaynak:
Alman Federal Meclisi – Aydan Özoğuz ve Mahmut Özdemir resmî biyografileri

Ardından federal bakanlık geldi

Bu dönüşümün en görünür isimlerinden biri Cem Özdemir oldu.

Türk anne-babanın oğlu olarak 1965’te Bad Urach’ta doğan Özdemir, 1994’te Federal Meclis’e girdi.

Daha sonra Yeşiller’in Federal Eş Başkanı, Avrupa Parlamentosu milletvekili ve federal bakan oldu.

Aralık 2021-Mayıs 2025 arasında Federal Gıda ve Tarım Bakanlığı’nı yönetti; bir dönem Federal Eğitim ve Araştırma Bakanlığı görevini de üstlendi.

Bir zamanlar Almanya’ya işçi gönderen ülkenin göçmen bir ailesinin oğlu artık Federal Hükümet’in kabine masasında oturuyordu.

Ancak yükseliş bununla da bitmedi.

2026: Türkiye kökenli bir isim eyalet başbakanı

13 Mayıs 2026’da Cem Özdemir Baden-Württemberg Eyalet Başbakanı seçildi.

Böylece İşgücü Anlaşması’ndan 65 yıl sonra Türkiye’den göç etmiş bir ailenin oğlu bir Alman eyalet hükümetinin başına geçti.

Oy kullanamayan “Gastarbeiter” kuşağından bir eyalet başbakanına uzanan bu yol elbette tek bir kişinin biyografisiyle açıklanamaz.

Ancak Almanya’nın geçirdiği toplumsal ve siyasi dönüşümün güçlü bir sembolüdür.

2024’te en büyük engellerden biri kaldırıldı

Vatandaşlık hukukundaki bir başka büyük değişiklik 27 Haziran 2024’te yürürlüğe girdi.

Normal vatandaşlığa geçiş için gereken ikamet süresi sekiz yıldan beş yıla indirildi.

Daha önemlisi:

Çoklu vatandaşlığa genel olarak izin verildi.

Alman vatandaşlığına geçenlerin artık kural olarak eski vatandaşlıklarından vazgeçmeleri gerekmiyordu.

Eski “Gastarbeiter” kuşağının vatandaşlığa geçiş şartları da kolaylaştırıldı. Federal Hükümet bunu açıkça bu kuşağın Almanya’ya yaptığı katkının tanınmasıyla gerekçelendirdi.

2024 reformuyla özel uyum başarısı gösterenler için getirilen üç yılda vatandaşlık imkânı ise daha sonra kaldırıldı.

30 Ekim 2025’ten bu yana en erken beş yıl sonra vatandaşlığa geçilebiliyor; diğer şartların da yerine getirilmesi gerekiyor.

Çoklu vatandaşlık hakkı ise devam ediyor.

Kaynak:
Federal Hükümet – Modernisierung des Staatsangehörigkeitsrechts
Federal Hükümet – 30 Ekim 2025 tarihli vatandaşlık düzenlemesi

2025’te 34.100 Türkiye vatandaşı Alman oldu

Yeni düzenlemenin Türkiye vatandaşları üzerindeki etkisini Federal İstatistik Dairesi’nin (Destatis) son rakamları gösteriyor.

2025’te yaklaşık 332 bin 500 kişi Alman vatandaşlığına geçti.

Bu, mevcut istatistiklerin tutulmaya başlandığı 2000 yılından bu yana ulaşılan en yüksek sayı.

Bunların yaklaşık 34 bin 100’ü Türkiye vatandaşıydı.

Türkiye vatandaşlarının Alman vatandaşlığına geçişi yalnızca bir yılda yüzde 51 arttı.

Suriyelilerin ardından en fazla Alman vatandaşlığına geçen ikinci grup Türkiye vatandaşları oldu.

Daha da dikkat çekici olan Almanya’da geçirdikleri süre:

2025’te Alman vatandaşlığına geçen Türkiye vatandaşları, vatandaşlığa geçtikleri sırada ülkede ortalama 24,1 yıldır yaşıyordu.

Bunların 17 bin 800’den fazlası Almanya’da en az 25 yıldır bulunuyordu.

Destatis, Türkiye vatandaşlarındaki güçlü artışın eski vatandaşlığı koruyarak Alman vatandaşlığına geçme imkânıyla bağlantılı olabileceğini belirtiyor.

Yani bu rakamlar yeni gelmiş insanlardan söz etmiyor.

Birçoğu zaten onlarca yıldır Almanya’daydı.

Kaynak:
Federal İstatistik Dairesi (Destatis) – Vatandaşlığa Geçiş İstatistikleri 2025

“Onlar”dan “biz”e

Hikâye Almanya’nın işçi olarak gördüğü insanlarla başladı.

Gelecek, çalışacak ve bir gün geri döneceklerdi.

Ama kaldılar.

Çocukları burada doğdu.

Almanya yıllarca onların geri dönüşünü, uyumunu ve vatandaşlığını tartıştı.

Sonra giderek daha fazlası Alman pasaportu aldı ve tam siyasi seçme hakkına kavuştu.

Çocukları ve torunları milletvekili, devlet sekreteri ve bakan oldu.

Sonunda içlerinden biri eyalet başbakanlığına kadar yükseldi.

Bu, siyasi eşitliğin bütün sorunlarının çözüldüğü anlamına gelmiyor. Alman pasaportu bulunmayan milyonlarca insan federal seçimlerde hâlâ oy kullanamıyor. Göç hikâyesi bulunanların siyasi kurumlardaki temsili de nüfus içindeki oranlarıyla aynı düzeyde değil.

Ancak değişimin yönü açık:

Bir zamanlar haklarında siyaset yapılan insanlar, bugün siyaseti yapanların arasında.

Ve hikâye tam burada araştırmamızın son sorusuna ulaşıyor.

Türkiye kökenliler bugün Alman vatandaşı, seçmen, girişimci, doktor, mühendis, öğretmen, kamu çalışanı, milletvekili, bakan ve eyalet başbakanıysa:

Önemli bir bölümü gerçekten Almanya’dan giderse ne olur?


Yarın | Bölüm 7/7

Ya gerçekten giderlerse?

“Remigration” Almanya’da siyasi mücadelenin en tartışmalı kavramlarından birine dönüştü. AfD resmî olarak bu kavramı öncelikle ülkeden ayrılma yükümlülüğü bulunan yabancıların ve belirli diğer grupların geri gönderilmesi olarak tanımlıyor; buna karşılık bazı parti yöneticilerinin daha geniş kapsamlı açıklamaları farklı bir tartışma yarattı. Araştırmamızın son bölümünde soruyu Türkiye kökenliler açısından somutlaştırıyoruz: Önemli bir bölümü gerçekten giderse hastanelerde, bakım sektöründe, sanayide, zanaatta, lojistikte, gastronomide, üniversitelerde, şirketlerde, kamu kurumlarında ve siyasette Almanya ne kaybeder? Bu kaybı rakamlarla hesaplamak mümkün mü?

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